Sicherheitsabstand von Betriebsfunkantennen

Was ist EMVU?

EMVU ist die Fähigkeit eines Apparates, einer Anlage oder eines Systems, in der Umwelt zufriedenstellend zu arbeiten, ohne dabei selbst Störungen zu verursachen, die für alle in dieser Umwelt vorhandenen lebenden Wesen (Makro- und Mikroorganismen, Menschen, Tiere, Pflanzen) unannehmbar wären. Sie umfaßt somit thermische als auch nichtthermische Einwirkungen von elektromagnetischen Feldern auf biologische Systeme.

Trifft eine elektromagnetische Welle auf Körpergewebe, so erwärmt es sich mehr oder weniger stark. Die Stärke der Erwärmung hängt von der Feldstärke, aber auch von der Eindringtiefe ab. Die spezifische Leistung, die zu einer Temperaturerhöhung von mehr als 1 °C bei 1 kg Körpergewicht führt, wurde ermittelt und ein Wert von 4 W/kg gefunden. Diese Größe nennt man SAR (Spezifische AbsorptionsRate). Durch die Blutzirkulation wird von einem gesunden Körper eine solche Leistung "weggekühlt" und bleibt daher für den gesunden Körper ohne jede Bedeutung.

Für die berufliche Exposition wird ein Zehntel des Wertes als Ganzkörper-SAR-Grenzwert von 0,4 W/kg als ausreichend angesehen. Zum Schutz der allgemeinen Bevölkerung ist dieser Wert noch einmal auf 0,08 W/kg verringert worden.

Da die SAR schwer zu erfassen und ihre Bestimmung deshalb mit erheblichem Aufwand verbunden ist, wurden aus diesem Basisgrenzwert Grenzwerte für die elektrische und die magnetische Feldstärke ermittelt und in Abhängigkeit von der Frequenz festgelegt.

Schutz von Personen in elektromagnetischen Felder in gewerblichen Unternehmen

Der Schutz von Personen in elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern (EM-Felder) in Unternehmen wird durch die Unfallverhütungsvorschrift BGV B11 "Elektromagnetische Felder" vom 1. Juni 2001 geregelt.

Die BGV B11 bezieht sich auf elektromagnetische Felder im Frequenzbereich 0 bis 300 GHz und nennt vier Expositionsbereiche:

  1. Der Expositionsbereich 2 umfaßt alle Bereiche des Unternehmens, sofern sie nicht zu Expositionsbereich 1, zum Bereich erhöhter Exposition oder zum Gefahrbereich gehören. Er betrifft also Arbeitsstätten ohne besondere Zugangsregelungen.
  2. Der Expositionsbereich 1 ist der Bereich, der kontrollierte Bereiche sowie Bereiche umfaßt, in dnene aufgrund der Betriebsweise oder aufgrund der Aufenthaltsdauer sichergestellt ist, daß eine Exposition oberhalb der zulässigen Werte von Expositionsbereich 2 nur vorrübergehend erfolgt.
  3. Der Bereich erhöhter Exposition ist ein kontrollierter Bereich, in dem die Werte des Expositionsbereichs 1 überschritten werden. Es ist nur ein zeitlich begrenzter Aufenthalt befugter Personen gestattet.
  4. Der Gefahrbereich ist ein kontrollierter Bereich, in dem die Werte für Bereiche erhöhter Exposition überschritten werden.

In der Anlage 1 zur BGV B11 sind die zulässigen Werte für EM-Felder als Basis- und abgeleitete Werte für die verschiedenen Expositionsbereiche angegeben.

Dabei orientieren sich die Werte für den Expositionsbereich 1 an der Vermeidung von Gefährdungen unter Berücksichtigung von Sicherheitsfaktoren. Es sind Werte berücksichtigt, wie Reizung von Sinnesorganen, Nerven- und Muskelzellen, Beeinflussung der Herzaktion und Wärmeeffekte. Die Werte gelten längstens für eine Arbeitsschicht, das heißt die Expositionszeiten sind im Mittel kleiner als 8 Stunden täglich an 5 Tagen der Woche bei 50 Wochen im Jahr.

Für den Expositionsbereich 2 gelten Werte, dioe aufgrund der allgemeinen Zugänglichkeit und zur Vermeidung möglicher Belästigungen zusätzliche Sicherheitsfaktoren berücksichtigen.

Beurteilung der Expositionsbereiche

Der Unternehmer hat sicherzustellen, daß für die einzelnen Expositionsbereiche die in der Anlage 1 zur BGV B11 aufgeführten zulässigen Werte nicht überschritten werden. Dazu sind:

  • die Expositionsbereiche festzulegen
  • die auftretenden EM-Felder zu ermitteln
  • dfie Expositionen durch Vergleich mit den zulässigen Werten zu beurteilen.

Ist sichergestellt, daß die für den Expositionsbereich 2 zulässigen Werte nicht überschritten werden, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Da auch bei Feldstärken unterhalb der zulässigen Werte für den Expositionsbereich 2 mittelbare Wirkungen auftreten können, sind auch diese zu beachten. Besonders betroffen sind Personen mit Herzschrittmachern oder anderen aktiven oder passiven Körperhilfen.

Die Exposition kann durch Berechnung, Messung, Herstellerangaben oder Vergleich mit anderen Anlagen ermittelt werden. EinVergleich ist nur dann möglich, wenn dies aufgrund von Anlagentyp und Randbedingungen vergleichbar ist.

Berechnung der Exposition

Die ausführliche Anleitung zur Berechnung des Sicherheitsabstandes von Betriebsfunkanlagen ist im Dokument "Zur Ermittlung des Sicherheitsabstandes von Betriebsfunkantennen" (Downloadbereich) dargestellt. Ausführliche Beispiele veranschaulichen den Berechnungsvorgang.

Auf Anforderung führen wir die Berechnung des Sicherheitsabstandes gegen Kostenerstattung für Sie durch.